How to be Oma

Die größten Energiespender ab 50 plus sind die Enkelkinder. Oma zu sein ist eine der schönsten Erfahrungen die man im Leben machen darf.

Ach, wie schnell die Zeit vergeht. Es ist noch gar nicht so lange her (oder doch?), da waren meine Kinder noch klein, gingen in den Kindergarten und in die Schule. Ich war alleinerziehend und hatte es nicht immer einfach, aber ich genoss diese Zeit. Neben meinem Job schupfte ich noch den Haushalt und war Mutter und Vater in einer Person für meine Mädels. Gerne hätte ich mehr Zeit für meine Kinder gehabt. Ohne Omas Hilfe wäre aber alles noch schwerer gewesen.

Früher habe ich mich gefragt, wie es wohl sein würde, eines Tages Oma zu sein. Wie würde ich die Beziehung zu meinen Enkelkindern empfinden? Würde die Bindung ähnlich stark sein wie die Bindung zwischen Mutter und Kind? Würde ich mich alt fühlen, wenn mein Enkelkind am Spielplatz nach seiner Oma ruft, und ich gemeint wäre? Viele Fragen, die damals noch unendlich weit entfernt von mir schienen.

„Mama, du wirst Oma!“

Heute bin ich selbst Oma. Und habe all die Antworten. Ich weiß, wie es sich anfühlt, Oma zu sein. Und es ist ein gutes Gefühl. Wie gerne erinnere ich mich an den Tag zurück, als meine Tochter zu mir kam um mir zu sagen, dass sie schwanger sei. Vor lauter Freude hatte ich Tränen in den Augen. Die nächsten Monate zogen sich ewig lange und ich konnte die Geburt kaum erwarten. Dann endlich war es so weit. Meine Tochter rief mich vom Spital aus an und ich machte mich sofort auf den Weg dorthin. Meine jüngere Tochter fuhr mit und war mindestens so nervös wie ich. Wir standen vor dem Kreissaal und hielten uns die Hände. Schließlich hörten wir ihn, den ersten Schrei meiner Ekeltochter Valerie. Es war so ein ergreifender Moment, dass wir beide vor Freude weinten. Endlich war es soweit und wir durften den Kreissaal betreten. Meine Enkeltochter das erste Mal in den Armen zu halten, war eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben.

Ich hätte nie gedacht, dass es so schön kann, Oma zu sein, wie sehr mich dieses kleine Lebewesen verzaubern kann. Wenn sie lacht, geht mir das Herz auf. Manchmal durfte ich Babysitten und so bauten wir schon früh ein sehr inniges Verhältnis zueinander auf. Ich habe mit 50 plus schon einiges an Erfahrungen sammeln dürfen, umso schöner ist es, wenn meine Tochter mich nach Rat fragt. Natürlich mische ich mich als Oma nicht in ihre Angelegenheiten ein. Allerdings hat Valerie, wenn sie bei mir ist, viele Freiheiten. Vielleicht bin ich jetzt als Oma geduldiger als ich es damals als Mutter war und ich habe das Glück mir mehr Zeit für meine Enkelin herausnehmen zu können. Ist ja kein Problem, wenn das ganze Badezimmer nach einem Bad von oben bis unten nass gespritzt ist und der Boden im Badewasser schwimmt.

Oma und stolz darauf

Valerie ist inzwischen neun Jahre alt und wenn sie Lust hat, dann ruft sie mich an und fragt mich: „Oma, darf ich bei dir schlafen?“ Ich liebe diese Frage, ich liebe es Zeit mit ihr zu verbringen. Wir gehen dann auf den Spielplatz oder ins Kino, in den Indoor Spielplatz oder schwimmen. Manchmal lernen wir gemeinsam für die Schule und selbst dabei lachen wir und haben Spaß. Valerie ist eine Bereicherung für mein Leben. Wenn ich mal einen schlechten Tag habe, dann denke ich an sie und dieser Gedanke zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.

Jetzt bin ich die Oma und wenn meine Tochter Hilfe benötigt, weil sie zum Beispiel von der Arbeit nicht rechtzeitig wegkommt, hole ich Valerie vom Hort ab. Und eines hat sich vom Kindergarten- bis zum Schulalter nicht verändert: Wann immer ich sie auch abhole, läuft sie mir mit Strahlegesicht entgegen, breitet ihre Arme aus und ruft: „Omaaaaaa!“ Und wisst ihr was? Es ist gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Es erfüllt mich mit Stolz und Freude. Und einen kleinen Nebeneffekt fürs Ego hat es auch noch: Es kommt immer wieder vor, dass mich die anderen Schulkinder fragen, ob ich Valeries Mama oder ihre Oma bin. Ich muß dann immer schmunzeln und auch Valerie ist stolz darauf, eine jung gebliebene Oma zu haben. Ja, meine Mädels halten mich eben jung und fit. Früher waren wir das Dreimäderlhaus und jetzt sind wir zu viert. Ich bin stolz auf meine kleine Familie und das Wort Oma schreckt mich nicht mehr. Oma zu sein, bedeutet nicht alt zu sein. Für meine Familie bedeutet das Wort Oma etwas ganz anderes. Es ist ein Ausdruck der Liebe, des Vertrauens und des Glücks. Und ich möchte nicht mehr tauschen.

Es wäre interessant von euch zu erfahren, wie ihr euch als Oma oder Opa fühlt und ob ihr das genauso erlebt. Hinterlasst mir eure Meinung in den Kommentaren!

Eure Anita

 

Danke an Fotograf Bohaeme und meine Kinder, die dieses Fotoshooting zum Muttertag für mich organisiert haben.

Schreibe einen Kommentar