Feilschen um Fairness

Wenn es weihnachtet, dann vor allem im Handel. Den eigentlichen Shoppingmarathon bestreiten aber die Mitarbeiter, nicht die Kunden. Warum man dem Sonntagseinkauf auch zu Weihnachten den Riegel vorschieben sollte.

Heuer fiel der Heilige Abend auf einen Sonntag. Das hat wieder einmal die Diskussion um die Sonntagsöffnungszeiten im Handel ausgelöst. Ich habe einige Berichte und auch verschiedene Stellungnahmen dazu gelesen. Viele Leute sind dafür aber viele auch dagegen. Laut einem Artikel im Standard, möchte der Bürgermeister von Wien, Michael Häupl abwarten, bis sich die Sozialpartner einigen. Und das ist gut so. Denn während der Handel die Zuschläge kappen möchte, ist die Gewerkschaft dagegen. Des Weiteren lese ich hier, dass es für die Beschäftigten am Abend ab 18.30 Uhr und an Samstagnachmittagen mehr Geld gäbe. Das hört sich sehr gut an, doch die Realität sieht anders aus. Man hat am Ende des Monats nicht mehr Geld in der Lohntüte. Es gibt lediglich einen Zeitzuschlag, für Samstagnachmittag sind das ca. 1,5 Stunden. Dafür gibt es allerdings kein Geld, sondern eine Zeitgutschrift für die man – mit etwas Glück und Gutwillen der Vorgesetzten – vielleicht einmal früher nach Hause gehen darf. Für Teilzeitkräfte ist die Situation besonders schwierig, denn sie müssen einspringen, wenn eine Kollegin krank oder im Urlaub ist. Da häufen sich schnell mal zehn Überstunden und oft auch mehr an. Diese gilt es dann wieder abzubauen, bezahlt bekommt man die Stunden aber nur äußerst selten.

Der einzige Tag im Jahr, an dem es sich wirklich lohnt ist der 8. Dezember, der Feiertag.

Es ist mir bewusst, dass es viele Berufsgruppen gibt, die an Sonn- und Feiertagen arbeiten müssen, aber da gibt es 100% Zuschläge. Also warum diskutiert man dann im Handel und möchte die Zuschläge streichen? Und nebenbei erwähnt, was ist mit den Frauen die im Verkauf stehen und vielleicht Kinder haben? Am Sonntag sind die Kindergärten geschlossen. Wobei mir die armen Kleinen ohnehin leid täten, wenn sie nun auch noch am Sonntag auf ihre Mama verzichten müssten. Ich bezweifle nämlich, dass die Firmen zusätzlich Leute einstellen, die gerne am Sonntag arbeiten würden.

Vor allem aber ist es wieder einmal eine Mehrbelastung für die Mitarbeiter im Verkauf. Anfangs wird versprochen, dass alles auf freiwilliger Basis stattfindet, aber nach drei Monaten fragt niemand mehr nach und man wird einfach laut Dienstplan eingeteilt. Dieses Thema beschäftigt mich, weil ich selbst auch davon betroffen bin. Schließlich arbeite ich seit 30 Jahren im Verkauf.

Ich bin nicht generell gegen die Sonntagsöffnungszeit, aber bitte zu vernünftigen Bedingungen und so danke ich dem Bürgermeister Häupl, dass er ein wachendes Auge darüber hat.

Was meint Ihr zu diesem Thema?

Eure Anita

 

Danke an mein Fotoengelchen Eva für einen weihnachtlichen Fotomarathon durch die Innenstadt. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2018 sowie viel Glück, Erfolg und Hoffnung für euch und eure Lieben!

 

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