It´s not a match!

Ghosting oder doch die große Liebe? Ich habe die Singlebörsen Parship, Tinder und Lovoo für die Generation 50+ einem konsequenten Check unterzogen.

Letztens habe ich Euch eine Fortsetzung meiner Erfahrungen mit diversen Singlebörsen versprochen. Ich habe mich bei verschiedenen Datingportalen angemeldet um herauszufinden, ob man auch mit 50 plus die große Liebe im Internet finden kann. Oder ob man vielleicht interessante Menschen kennenlernt, um Freundschaften zu schließen. Auf Parship habe ich vergeblich nach den Singles mit Niveau Ausschau gehalten. Nach einem Jahr Mitgliedschaft, ohne ein einziges Date, habe ich mich schließlich abgemeldet. Die hohe Erfolgsquote ist für mich persönlich nicht nachvollziehbar.

Meine nächsten Optionen waren die kostenlosen Datingapps Tinder und Lovoo. Daß diese beiden so schlecht sind wie ihr Ruf, konnte ich allerdings nicht feststellen. Man hört ja öfters von negativen Begegnungen mit zwielichtigen Gestalten, das ist mir Gott sei Dank erspart geblieben. Ich hatte vier Dates, die am Nachmittag in einem Café stattfanden. Man hat sich recht nett unterhalten, anschließend noch zwei bis dreimal geschrieben um dann festzustellen, dass man sich im Grunde nichts zu sagen hat. Nach einiger Zeit habe ich dann den Spaß an der Geschichte „Singlebörsen“ verloren. Ich habe mich komplett ausgeloggt, denn im Grunde führt man mit jedem neuen Kontakt immer wieder das gleiche Gespräch. Wie in dem Film „Und ewig grüßt das Murmeltier“.

An Euren zahlreichen Reaktionen habe ich erkannt, dass es vielen von Euch ähnlich ergangen ist. Allerdings gibt es auch Paare, die sich sehr wohl im Internet kennen und lieben gelernt haben. Vielleicht klappt es ja, wenn man lange genug dranbleibt. Für mich ist dieses Thema jedenfalls abgeschlossen.

Die Liebe ist ein seltsames Spiel

In einem meiner vorherigen Beiträge habe ich mich gefragt, „Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?“, und genau dieser Satz ist es, der mich zur Zeit sehr nachdenklich macht. Denn geht sie überhaupt, oder bleibt sie nicht doch irgendwo im Verborgenen bestehen? Vielleicht verändert sie sich und nimmt eine andere Form an. Die Liebe kommt mir vor wie ein Luftballon, wir blasen ihn auf und befüllen ihn mit verletzten Gefühlen, mit Traurigkeit, mit Angst, mit Wut und Streitereien. So lange, bis er zerplatzt und sich die ganze negative Luft über uns ergießt. Was übrig bleibt sind etliche Gummistücke und es liegt an uns, was wir damit machen. Manche versuchen die Teilchen wieder zusammenzufügen, andere schmeißen sie in den Müll. Doch Gummi verrottet nicht. Er bleibt bestehen. Er wird klein und runzlig, aber er bleibt. Was ich damit sagen will: Man kann die Jahre, die man mit einem Menschen verbracht hat, nicht einfach aus seinem Gedächtnis löschen.

Ich hatte mich auf eine Reise begeben und dabei einiges über mich selbst gelernt. Es ist nicht möglich, sich für jemanden ernsthaft zu interessieren, wenn man an einem anderen Menschen festhält, so wie ich. Ich habe erkannt, dass ich meiner großen Liebe schon längst begegnet bin. Meinem Lebensmenschen, ohne den ich nicht mehr sein möchte. Denn was auch passiert oder wieviel Zeit vergeht, er ist es, der mein Herz schon vor langer Zeit erobert hat. Ein Kreis, der sich schließt. Und kein Luftballon, den man mit negativer Luft befüllt, sondern einen gemeinsamen Weg zu finden, und ihn bis ans Ende zu gehen und nicht vorher abzuzweigen. Das ist meine persönliche Erkenntnis. Also, machen wir was daraus!

Nicht nur die Liebe ist ein seltsames Spiel sondern eigentlich auch das ganze Leben. Und ein ewiger Lernprozess – denn auch mit 50 plus lernt man immer wieder dazu. Wie sagt ein altes Sprichwort so schön? „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“, und so ist es.

Was meint Ihr zu diesem Thema? Ich freue mich schon auf Eure Reaktionen.

Eure Anita

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