Ich kann es mir leisten!

Designerware gegen Mode von der Stange: In diversen Zeitschriften gibt es immer wieder Vorschläge zum Nachshoppen von der Mode am Laufsteg. Doch ist das überhaupt leistbar?

Vergangenes Wochenende war der Wettergott wieder einmal ungnädig mit uns. Es goss wie aus Kübeln und so hatte ich nicht besonders viel Lust etwas zu unternehmen. Vormittags widmete ich mich meiner Waschmaschine, denn es wurde allerhöchste Zeit sie wieder einmal einzuschalten. Nach dem Mittagessen machte ich es mir mit einem Kaffee auf meinem Sofa bequem. Ich schmökerte in diversen Zeitschriften und hielt Ausschau nach den angesagten Modetrends für diesen Herbst.

Auf den Laufstegen regiert aktuell die Signalfarbe Rot. Wir hüllen uns in Ponchos und Strickwesten mit Karomustern. Außerdem feiern Samt und Cord ihr großes Modecomeback. Von Kopf bis Fuß in Denim gehüllt, sind wir heuer total In. Der Eyecatcher schlechthin sind Looks in Silber-Metallic, vorzugsweise aus reflektierendem Leder. Ich bin total begeistert, die Mode präsentiert sich im heurigen Herbst von seiner schönsten Seite und ist so vielfältig, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Fashion sollte für jeden leistbar sein

Ich las diverse Namen von Designern, die auf den Modeschauen vertreten waren. Versace, Yves Saint Laurent, Calvin Klein, Dior…… und wie sie eben alle heißen. Für mich als Leserin ist dann natürlich die Rubrik „Zum Nachshoppen“ interessant. Da las ich folgendes:

  • Jeans von REPLAY Euro 139.-
  • Top von MIU MIU Euro 490.-
  • Schuhe von VERSACE Euro 790.-
  • Tasche von FURLA Euro 320.-

Und da wird es dann wieder uninteressant. Kann sich das der Normalverbraucher leisten und wenn ja, will er das überhaupt? Ich erinnere mich an einen älteren Herrn – er ist leider schon verstorben – der sehr vermögend war. Er war im Besitz von mehreren Häusern im ersten Bezirk in Wien. Wir standen damals in einer Trafik und weil er verkühlt war, lief ihm die Nase. Doch anstatt sich eine Packung Papiertaschentücher zu kaufen, ging er ins nebenan gelegene Gasthaus und holte sich ein paar Papierservietten zum Schnäuzen. Auf meine Frage nach dem Warum antwortete er mir folgendes: „Wozu soll ich mein Geld unnötig ausgeben, wenn es auch anders geht?“

Was ich damit sagen will: Ist es wirklich nötig 790.- Euro für Schuhe auszugeben? Unter Nachshoppen stelle ich mir etwas anderes vor. Nämlich leistbare Mode, auch für die kleinere Geldbörse, denn es ist schon was Wahres dran, man fühlt sich einfach wohl in einem neuen modischen Outfit. Und dabei müssen es nicht immer die großen Designer sein, die uns kleiden, obwohl sicher viele von uns das eine oder andere Designerstück im Kleiderkasten, im Schuhschrank oder in der Schmuckschatulle besitzen. Für besondere Anlässe versteht sich. Hauptsächlich benötigen wir jedoch alltagstaugliche Bekleidung, denn nicht jeder von uns läuft regelmäßig über den roten Teppich. Dabei tragen wir natürlich auch gerne Markenklamotten aber nicht ausschließlich.

Es ist möglich: Outfit unter 100,- Euro

Nachdem ich mich ausdauernd mit dem Thema Mode beschäftigt hatte, überkam mich unweigerlich die Lust zum Shoppen. Ich rief meine Tochter an und wir verabredeten uns für nächsten Tag zu einer Shoppingtour. Meine Challenge war folgende: Ein, der neuen Herbstmode entsprechendes, Outfit im Low-Budget-Style zu finden. Und ich denke, das ist mir ganz gut gelungen. Die komplette Kombi für nur 77,97 Euro.

Was denkt Ihr über das Thema Designermode und Markenklamotten, soll Mode für alle erschwinglich sein? Eure Meinungen würden mich sehr interessieren.

Eure Anita

Lederimitat Hose H&M 29,99 Euro/ Bluse H&M 7 Euro (ausverkauft; ähnlich H & M)/ Ledergürtel Kult 8.- Euro/ Schuhe in Samtoptik CCC 19,99 Euro/ Clutch Deichmann 12,99 Euro

 

Vielen Dank an meine Fotografin und allsehendes Auge Eva von Placevaventura, ihre ambitionierte Assistentin Rafaela von Phoetry und das 25 Hours Hotel in Wien für die wunderschönen Fotomotive.

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